Kahl geschoren, die Augenlider verkrustet, Schweizer

… so beschreibt sich Tom Kummer als junger Mann. Später erlangt er zweifelhaften Ruhm als Vertreter eines extremen Gonzo-Journalismus. Jahrelang brachte er erfundene Interviews unter die Leute, konkret so namhafte Medien wie Tempo und die Süddeutsche Zeitung. Jetzt hat der Exil-Schweizer einen Roman veröffentlicht. Rettet ihn die Prosa vor weiteren Plagiatsvorwürfen? Eher als das wünscht man sich, sie würde ihre Figuren vor dem Tod bewahren. Am Ende von “Nina und Tom” stirbt Nina. Was bleibt, ist die Erinnerung an zwanzig gemeinsame Jahre. Und die Hoffnung des Lesers, der Autor möge es auch diesmal mit der Wahrheit nicht so genau genommen haben.

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