All posts filed under ‘Gedanken

“Kunst ist nicht für Kompromisse zuständig”

… sagt Professor Dr. Elisabeth Paefgen im Fluter-Interview über das umstrittene Gedicht “Avenidas” an der Berliner Alice Salomon Hochschule. Auf die Frage, ob es vielleicht einfach weniger Gedichte brauche im öffentlichen Raum, antwortet Paefgen: “Doch! Unbedingt! Ganz viele! Bloß Köhlers Gedicht gehört nicht dorthin, weil es voraussetzt, dass man den Diskurs kennt. Ich bin froh, dass […]

Alle mal herhören, ich kriege gerade einen ANRUF rein

In Sachen Lärmbelästigung bin ich Wutbürgerin. Kann mir jemand erklären, warum Leute ihr Telefon nicht lautlos schalten? Oder schlimmstenfalls gar nicht wissen, wie das geht? Müssen sie der Welt zeigen, dass es sie gibt? Wollen sie, dass jemand ihre Klingeltöne analysiert, wie das meine liebe Freundin Sophia getan hat? Für die Welt habe ich mich […]

Für mich nur Wasser

Dieser Satz aus meinem Mund? Ja, wenn Detox-Dienstag ist. An einem solchen habe ich Sebastian Mergel getroffen, der in Berlin die Bierfabrik betreibt. Für seinen Podcast “Auf ein Bier mit” haben wir über Metoo, Wein ohne Schwefel und Gründe des Zuspätkommens (die bei mir eigentlich immer etwas mit Essen zu tun haben) gesprochen. Als Dankeschön […]

Eh immer noch in Wien verliebt

In Wien riecht es überall nach Mehlspeisen, sogar im U-Bahnschacht. Pferde ziehen Kutschen und koten kaum, H&M-Filialen sehen aus wie Jungendstilvillen. Man empfängt den besten Radiosender der Welt. Es regnet praktisch nie! Zwar ist Yung Hurn weggezogen, dafür der Nino aus Wien dageblieben. Das Burgenland ist nah, die Weinberge auch und der Wiener Alpenbogen, falls man […]

Es geht, wie gesagt, um mich

Eins, zwei oder drei? Für die Zeit habe ich mich mal wieder ausführlich mit mir selbst beschäftigt. Dieses Mal war der Aufhänger das Enneagramm, ein Persönlichkeitsmodell, dessen direkter Nachbar im Gefühlshaushalt die Esoschublade ist. Neun Typen gilt es zu unterscheiden, das kann schon mal ein paar Nächte/Semester/Lebensabschnitte dauern. Zum Glück habe ich es oft in […]

PorYES

Große Aufregung: Auch Frauen schauen Pornos. Und zwar auch solche, die schmutziger sind als ein benutztes Strandlaken bei Erika Lust. Für die Welt am Sonntag habe ich mich, nun ja, umfassend in die Materie eingearbeitet. 

Nicht ohne meinen Lippenstift

Ich kann viele Dinge richtig gut, Bohrmaschinen bedienen leider nicht. Bin ich deswegen keine Feministin? Ich mag auch gerne roten Lippenstift (Farbton Ruby Tuesday). Kokettiere ich gelegentlich damit oder missbrauche ihn gar manchmal, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen? Für Zeit Online hab ich über #metoo und #ohnemich nachgedacht und warum es immer so verdammt schwer […]

Leider geil

Guilty pleasures nennt man jene heimlichen Gelüste, die kultivierten Menschen eigentlich peinlich sein müssten. Dem Fleisch Magazin habe ich für die Ausgabe “77 Dinge, die daneben, aber ziemlich super sind” meine verraten: Yung Hurn (Oida!), Jamie Olivers über allem kreisende Flasche “besten Olivenöls”, Tupperware als Lebensordnungskonzept (in mein absolutes Lieblingsmodell passt exakt eine halbe Zitrone) […]

Oder Austern

Austernknacker, Vollzeit befristet, 1800 Euro pro Monat Für unsere Austernbar – vor unserem Geschäft in stimmungsvollem Ambiente – suchen wir als tatkräftige Unterstützung vom 24. November bis 31. Dezember eine/n Austernknacker, der/die für unsere Gäste Austern öffnet auf Vollzeitbasis. Ihr Anforderungsprofil: Sie sind jung, charmant, dynamisch, freundlich und stressresistent Zuverlässigkeit und gute Umgangsformen sind für […]

SOS – Servus oder Salam aleikum

Blöderweise habe ich die ganze Zeit diese Titanic-Referenz im Kopf. Nicht David Foster Wallace (dem Reiseredakteur zufolge der Grund, warum nie wieder ein Kreuzfahrterlebnisbericht geschrieben werden muss), nicht das Rentner-auf-Benzos-Szenario aus Jonathan Franzens Korrekturen, sondern die Oscar-Schnulze aus dem Jahr 1997. Damals wollte jedes Mädchen Rose DeWitt Bukater sein (hieß die wirklich so?) und auch ich […]

Es kann nicht immer Erdbeerprosecco sein

Aus der beliebten Serie “Getränke, die wir ironisch zu uns nehmen”: Skinny Bitch, ein Relikt aus den Neunzigern, das im Zuge von Germany’s next Topmodel und Fashion-Week-Parties in Berlin-Mitte ein trauriges Revival feiert. Für die Zeit habe ich über den Zusammenhang von Frauenbäuchen und Sternenhimmeln nachgedacht.

was ist das für 1 frau

Eins Mit ihr kann man Pferde stehlen. Zum Beispiel die Ponys auf der außerhalb von Scharbeutz gelegenen Koppel. Gegen eine Gebühr von fünfzehn Euro eine Dreiviertelstunde lang zum Wennsee oder Richtung Ostsee reiten. Robust sehen sie aus, mit kurzen, stämmigen Holzscheitbeinen und Mähnen in John-Frieda-Blond. Wir müssen nur das Holzgatter öffnen (Vorsicht vor den Misthaufen: […]

Wie wir skypen mit 27

Nach dem Gespräch gehe ich in die Küche meiner trotz Schnittblumen nicht vom Jugendstil, sondern dem Stil der Jugend geprägten Wohngemeinschaft, um mir erlaubterweise ein Stück vom selbstgebackenen Kuchen meiner Mitbewohnerin zu holen. Dazu Eis. Auf der Verpackung steht: “Auf gute Dinge lohnt es sich zu warten: Nach 10 Minuten entfalten sich die ätherischen Öle […]

Kinder, Kinder

Eine Vollzeitstelle, die kaum zum Leben reicht? Wann endlich wird die Arbeit derjenigen angemessen honoriert, die unsere Kinder betreuen? Für die Zeit Online-Serie Das anonyme Gehaltsprotokoll habe ich mit einer Erzieherin gesprochen.

Aw: samstag ist selbstmord

M., erklär mir das doch noch mal mit den Männern. Was genau treibt sie samstags in den Baumarkt? Frauen, also T. und mich, die Flügeltür zwischen unseren Zimmern, die keinen Raum für Zweideutigkeiten lässt. Um nicht allzu detailliert in die Existenz der jeweils anderen eingeweiht zu werden, kleidete meine Vormieterin die Tür mit schallisolierender Dämmwolle […]

Spotifys Discover weekly hat mir unrealistische Vorstellungen der Partnersuche vermittelt

I wish I met a girl that understands and loves me as deeply as my Spotify Discover weekly   Bürgerliches Verhalten, das einem nicht peinlich sein muss: Sonntagabends erst die Tagesschau, dann den Tatort streamen und zwar ohne gleichzeitig zu tindern. Bürgerliches Verhalten, das einem peinlich sein muss: Montage hassen. Zu Schulzeiten hatte sogar der Pausenclown, der aussah […]

Mit dem Kopf im Goldfischglas

Der Goldfisch (Carassius gibelio forma auratus), das von allen Wirbeltieren mit Abstand ansehnlichste Exemplar, hat angeblich eine Aufmerksamkeitsspanne von drei Sekunden. Reiner Pragmatismus, wenn man in einer Glaskugel siecht, die kaum größer ist als man selbst. Bei meiner Freundin J. in Hamburg habe ich einmal mehrere Stunden damit verbracht, das perfekte Instagram-Foto ihres Goldfischs zu […]

#forevatwentyseven

Das orange Ampellicht blinkte hektisch. Woher bloß kam die Fixierung auf diese Zahl? Sicher nicht, das wurde sie in Anfällen von Selbstschutz nicht müde zu betonen, von Kurt Cobain oder Amy Winehouse. Ganz so vermessen war sie dann doch nicht. Eher war es so: Vor vielen Jahren vertröstete sie einer, auf dessen Urteil sie inzwischen […]

Ich bin dann mal Snap

Mit 26 Jahren schon nicht mehr verstehen, was die nächste Generation umtreibt. Bin ich zu spießig? Zu anachronistisch? Zu blöd? Es beruhigt mich, dass Leute mich auch nach Erscheinen dieses Texts noch fragen, wie Instagram funktioniert. Ob bei Facebook alles öffentlich ist. Und von Snapchat noch nie gehört haben.

Schöne Grüße aus dem Jammertal

Zugegeben: Ich wünschte, ich wäre Klassenbeste in Physik gewesen. Dann hätte ich physikalische Ingenieurswissenschaften studiert und wäre bereits vor meinem Abschluss über Xing von Traumarbeitgebern abgeworben worden. Leider war ich besonders gut in Deutsch und Kunst und bin Journalistin geworden. Wie das so ist als freie Journalistin, die sich die Hände wärmen muss am einzigen […]

Warum überhaupt Sachen kaufen?

Für ZEIT Online habe ich festgehalten, wie wir so reden mit 26. Es geht um Geburtstage im Berghain, den hoffnunglos verblendeten Mann und die richtige Yogaposition im falschen Leben.

Aber Mama hat doch gesagt, heute bin ich die Drama Queen!

Die Autorin und Bloggerin Sophia Hembeck hat mich für ihren Podcast Unprätentiös zum Gespräch gebeten. Wir sprechen über verbrannte Briefe, die Freud’sche Hysterikerin und alkoholselige Nächte mit sich selbst. Kann man die Zuschauerin seines eigenen Dramas sein? Auf jeden Fall. Nachzuhören hier. Can you be less dramatic? No!  

Ist das Ironie oder kann das weg?

Alles, was die Romantik an Grauen bereithält, sammelt sich derzeit unter #Relationshipgoals. Die einzigen die von Calvin Harris’ (er war mal so disco) Emotionsüberschuss profitieren, sind die Cellophanrosenstraußverkäufer dieses Landes. Knister, knister.