All posts filed under ‘Gedanken

Es geht, wie gesagt, um mich

Eins, zwei oder drei? Für die Zeit habe ich mich mal wieder ausführlich mit mir selbst beschäftigt. Dieses Mal war der Aufhänger das Enneagramm, ein Persönlichkeitsmodell, dessen direkter Nachbar im Gefühlshaushalt die Esoschublade ist. Neun Typen gilt es zu unterscheiden, das kann schon mal ein paar Nächte/Semester/Lebensabschnitte dauern. Zum Glück habe ich es oft in […]

PorYES

Große Aufregung: Auch Frauen schauen Pornos. Und zwar auch solche, die schmutziger sind als ein benutztes Strandlaken bei Erika Lust. Für die Welt am Sonntag habe ich mich, nun ja, umfassend in die Materie eingearbeitet. 

Nicht ohne meinen Lippenstift

Ich kann viele Dinge richtig gut, Bohrmaschinen bedienen leider nicht. Bin ich deswegen keine Feministin? Ich mag auch gerne roten Lippenstift (Farbton Ruby Tuesday). Kokettiere ich gelegentlich damit oder missbrauche ihn gar manchmal, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen? Für Zeit Online hab ich über #metoo und #ohnemich nachgedacht und warum es immer so verdammt schwer […]

SOS – Servus oder Salam aleikum

Blöderweise habe ich die ganze Zeit diese Titanic-Referenz im Kopf. Nicht David Foster Wallace (dem Reiseredakteur zufolge der Grund, warum nie wieder ein Kreuzfahrterlebnisbericht geschrieben werden muss), nicht das Rentner-auf-Benzos-Szenario aus Jonathan Franzens Korrekturen, sondern die Oscar-Schnulze aus dem Jahr 1997. Damals wollte jedes Mädchen Rose DeWitt Bukater sein (hieß die wirklich so?) und auch ich […]

Es kann nicht immer Erdbeerprosecco sein

Aus der beliebten Serie “Getränke, die wir ironisch zu uns nehmen”: Skinny Bitch, ein Relikt aus den Neunzigern, das im Zuge von Germany’s next Topmodel und Fashion-Week-Parties in Berlin-Mitte ein trauriges Revival feiert. Für die Zeit habe ich über den Zusammenhang von Frauenbäuchen und Sternenhimmeln nachgedacht.

Kinder, Kinder

Eine Vollzeitstelle, die kaum zum Leben reicht? Wann endlich wird die Arbeit derjenigen angemessen honoriert, die unsere Kinder betreuen? Für die Zeit Online-Serie Das anonyme Gehaltsprotokoll habe ich mit einer Erzieherin gesprochen.

Mit dem Kopf im Goldfischglas

Der Goldfisch (Carassius gibelio forma auratus), das von allen Wirbeltieren mit Abstand ansehnlichste Exemplar, hat angeblich eine Aufmerksamkeitsspanne von drei Sekunden. Reiner Pragmatismus, wenn man in einer Glaskugel siecht, die kaum größer ist als man selbst. Bei meiner Freundin J. in Hamburg habe ich einmal mehrere Stunden damit verbracht, das perfekte Instagram-Foto ihres Goldfischs zu […]

Schöne Grüße aus dem Jammertal

Zugegeben: Ich wünschte, ich wäre Klassenbeste in Physik gewesen. Dann hätte ich physikalische Ingenieurswissenschaften studiert und wäre bereits vor meinem Abschluss über Xing von Traumarbeitgebern abgeworben worden. Leider war ich besonders gut in Deutsch und Kunst und bin Journalistin geworden. Wie das so ist als freie Journalistin, die sich die Hände wärmen muss am einzigen […]

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Warum überhaupt Sachen kaufen?

Für ZEIT Online habe ich festgehalten, wie wir so reden mit 26. Es geht um Geburtstage im Berghain, den hoffnunglos verblendeten Mann und die richtige Yogaposition im falschen Leben.

Aber Mama hat doch gesagt, heute bin ich die Drama Queen!

Die Autorin und Bloggerin Sophia Hembeck hat mich für ihren Podcast Unprätentiös zum Gespräch gebeten. Wir sprechen über verbrannte Briefe, die Freud’sche Hysterikerin und alkoholselige Nächte mit sich selbst. Kann man die Zuschauerin seines eigenen Dramas sein? Auf jeden Fall. Nachzuhören hier. Can you be less dramatic? No!  

Ist das Ironie oder kann das weg?

Alles, was die Romantik an Grauen bereithält, sammelt sich derzeit unter #Relationshipgoals. Die einzigen die von Calvin Harris’ (er war mal so disco) Emotionsüberschuss profitieren, sind die Cellophanrosenstraußverkäufer dieses Landes. Knister, knister.

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Stadt, Land, Frust

Ich bin ja eigentlich Zugezogene. Ich bin ja eigentlich Landei. Deswegen weiß ich, dass fast alle Provinzklischees zutreffen. Beim Baggersee-Schwimmen stören die Algen, das Dorfladensortiment lässt viele Wünsche offen, der Handyempfang ist schlecht. Einzig die Frage, warum da eigentlich Stroh liegt, muss noch geklärt werden.

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Was soll ich tun, Ariadne? Was soll ich tun, Arthur?

Wie wollen wir leben? Fragen die alten Griechen und neuen Gurus, die Bestsellerregale in Thalia-Filialen und die Algorithmen bei Amazon. Es gibt Apps zur temporären Blockierung des Internets (oder man setzt sich in einen Fernbus mit angeblichem WLAN) und Apps zur analogen Zusammenführung (siehe unten). Es gibt Detox-Camps und Sabbaticals in Schweigeklöstern. Vielen dieser Ideen […]

An einen, der vorüber wischte

Der Straßenlärm betäubend zu mir drang. In großer Trauer, schlank, von Schmerz gestrafft, Schritt eine Frau vorbei, die mit der Hand gerafft, Den Saum des Kleides hob, der glockig schwang. Anmutig, wie gemeißelt war das Bein. Und ich, erstarrt, wie außer mich gebracht, Vom Himmel ihrer Augen, wo ein Sturm erwacht, Sog Süße, die betört, und Lust, die […]

Meine Muschi gehört mir: warum das Politische privat ist

Über meine Generation heißt es, sie sei unpolitisch. Ist das so? Wir jammern über unbezahlte Praktika, den neoliberalen Verwertungszwang, die competition um den schillerndsten Lebenslauf, und richten uns doch irgendwie ein in unserer comfort zone (“irgendwie” ist sowieso unser Lieblingswort, gleich danach kommt “keine Ahnung”). Comfort zone, das sind biedermeierliche Verhältnisse, die Aussicht auf die Eigentumsaltbauwohnung […]

I prefer to!

Heute bei der Morgenlektüre – Thomas Assheuer fasst in der Zeit das Aufregerthema der Woche so zusammen: “I prefer not to.” Nachdem bereits einige Intellektuelle sich zur Nichtwahl bekannten, moserte zuletzt der Spiegel unter dem Titel “Wie Nichtwähler die Demokratie verspielen.” Assheuers Essaytitel wiederum bezieht sich auf den fiktiven Schreibgehilfen Bartleby, der in einer Kurzgeschichte […]

Tierische Liebe (kein Film von Ulrich Seidl)

Klar, dass ein Text über Italien vom Essen handeln muss. Panna Cotta, Insalata Caprese, Vitello Tonnato, – so ein paar Vokabeln fallen jedem ein, der wenigstens zwei Mal im Jahr bei Vapiano eine mediterrane Mittagspause genießt. Wie aufregend-authentisch es erst vor Ort sein muss, wo sich einem die Vielfalt der cucina italiana präsentiert! Eigentlich muss […]

Der Geist ist schwach, das Fleisch sowieso

Vergangenen Freitag passierte etwas Sonderbares: Beim Aufschlagen des Feuilletons der Süddeutschen Zeitung wäre mir vor Schreck beinahe die Kaffeetasse aus der Hand gefallen (die mit dem goldenen Stier, leider Teil des Redaktionsinventars, ach, wie ich sie vermissen werde!). Unter der kalauerlichen, dennoch herrlichen Überschrift „Bei Dänen peept’s wohl“ berichtete Johan Schloemann von einer neuen Talkshow in […]

Freunde mit gewissen Vorzügen

Ich frage mich ernstlich, ob es meinem Alter geschuldet ist, dass ich diese Welt als vollkommen schizophren empfinde. Füllten zu Zeiten des Wirtschaftswunders auch Geschlechterdebatten halbe Tageszeitungen? Kaum ein Jahr ist es her, da beschäftigten die “Schmerzensmänner” das halbe Land, es meldeten sich maulende Freundinnen, unverstandene Romantiker und überzeugte Chauvinisten zu Wort und zuletzt die […]

Die Welt ist ein kranker Ort, was tun? Die Finger in die Ohren stecken? Die “Landlust” lesen?

Man schweift ab. In einem Seminarraum, vollgestopft mit gut vierzig Masterstudenten, stickiger Luft und Trübsalwetter hinter den Fensterscheiben braucht es schon eine große Portion Motivation, um vier Stunden lang den Ausführungen des Dozenten (putzig und interessant!) beziehungsweise der Kommilitonen (leider oft prätentiös) zu folgen. Vergangene Woche gelang es mir zum wiederholten Mal nicht. In der […]

EP’s kleines Wirtschaftseinmaleins oder: Das könnte Ihnen auch gefallen!

Eine überstrapazierte und nur noch ironisch zu gebrauchende Floskel aus dem Mund deutscher Werbemenschen besagt, man müsse die Leute da abholen, wo sie stehen. Weil man nicht wissen kann, wo welcher Mensch steht, nur ahnen, gibt es die Marktforschung. Deren Erkenntnisse sind schuld daran, dass uns die fiese Zalando-Anzeige nicht nur vom Lesen des so […]

Was nützt das Reisen in Gedanken

Die Hölle, das sind die anderen. Ob Sartre wohl an die gesellschaftliche Zwangsituation des Urlaubsbilder-Zeigens gedacht hat? Diese besonders perfide Strategie, seine Mitmenschen auf total okaye Art zu quälen, habe ich nie verstanden. Warum machen Reisende überhaupt Fotos? Das Argument der persönlichen Erinnerung kann ich noch gelten lassen. Wer in sich ruhend und total versunken […]

Liebe Christiane, ich hab auch immer Zeit

Wieder mal ein Tag verschenkt! So formulierte es dereinst eine Band, die das non-kulturkonforme – das Böse! – schon im Namen trug und die ich hier gar nicht zitieren mag, weil mir selbst diese eine Zeile auswendig zu können wirklich peinlich ist. Wobei das Lied sowieso Melancholie und Lebensvedrossenheit und Dorfjugendtristesse verbreitet – und in […]