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Politisches Theater in 140 Zeichen

Schon einmal hat Theaterlegende Peter Brook das Versepos „Mahabharata“ auf die Bühne gebracht. Diese erste Version muss man sich als absolut instagramtauglich vorstellen (dreißig Meter hohe Felswänden, brennende Altäre, Flusslandschaft). Viele Jahre später beweist der 92-Jährige, dass er etwas von neuen Medien versteht. Zum einen, weil er sein eigenes Werk sampelt, zum anderen, weil er es auf […]

Die lieben Kleinen

Sich fühlen wie die Mutter, die hässliche Kinderzeichnungen an den Kühlschrank pinnen muss, aus Nettigkeit. Oder den talentfreien Nachwuchs beim Schultheater beklatschen. Was das mit dem gutgemeinten, aber ungut gewordenen “Traiskirchen. Das Musical” zu tun hat, steht bei Nachtkritik. 

K.U.N.S.T.K.A.C.K.E.

Jonathan Meese, das ist der Typ mit den Mummy Issues. Tatsächlich bin ich seiner Mutter in der Pause von “Mondparsifal 1-8 Erzmutterz der Abwehrz)” auf der Damentoilette begegnet. Was ich sonst noch alles sah und hörte, steht bei Nachtkritik.

Sexy im Kontrapost

Ein Weltstar macht noch keinen gelungenen Theaterabend. Für die Welt habe ich mich bei “Obsession” gelangweilt, einer Adaption des gleichnamigen Films von Visconti. Oft steht Jude Law im Kontrapost ansehnlich in der Gegend herum. Ob das mit “griechische Tragödie” gemeint war?

Lars Eidinger is amused

Eine Reihe hinter mir hatte Lars Eidinger mindestens so viel Spaß wie bei seinen eigenen Stücken. Wem außer Herbert Fritsch gelingt dieses Kunststück? Für Nachtkritik habe ich mir dessen Theatertreffen-prämierte Inszenierung “Pfusch” angesehen.

Falk Richter is not amused

Es war ein verhältnismäßig schwacher Stückemarkt-Jahrgang beim diesjährigen Theatertreffen. Mit der Wahl des Siegers war nicht nur der Regisseur Falk Richter unzufrieden, sondern auch ich. Statt 12 000 Babykatzen hätte ich mir das Stück über ein Sneakermausoleum auf dem ersten Platz gewünscht. Das Leben ist kein Wunschkonzert. Manchmal ist Theater wie Cat Content: Obwohl man […]

Das verflixte 53. Jahr

In diesem Jahr ging beim Theatertreffen so einiges schief. Von den zehn bemerkenswerten Inszenierungen konnten nur acht in Berlin gezeigt werden und für eine weitere gab es ein Kartenkontingent so klein wie eine Volksbühnen-Streichholzschachtel. Was soll’s, dachten sich die Verantwortlichen, und zeigten den Hamburger “Schimmelreiter” als szenische Lesung mit Musik. Immerhin letztere stimmte meine Begleitung […]

Mama, ich bin im Radio

Für Deutschlandfunk Kultur habe ich die Premiere von René Polleschs “Carol Reed” im Wiener Akademietheater besprochen. Aufregend, wenn Wörter zum ersten Mal gesprochen statt gelesen werden. Danach war der Abend noch nicht zu Ende. Wie es weiterging, steht bei Nachtkritik.

Nie wieder Pflichtlektüre

… dachte ich mir nach Abschluss der dreizehnten Klasse. Da hatte ich die Rechnung ohne Nikolaus Habjan gemacht, der mir am Volkstheater seine furchtbar unzeitgemäße Interpretation des von Haus aus unzeitgemäßen “Nathan der Weise” zugemutet hat. Der ungezogene Teil in mir hat ununterbrochen gegähnt. Der pflichtbewusste diese Nachtkritik geschrieben.